Meine veganen Erlebnisse in Sevilla und Faro


Eine Reise, zwei Länder, drei Städte, zehn Mal draußen vegan gegessen. Mein letzter Trip nach Faro und Sevilla war ein voller Erfolg! Sowohl das kleine portugiesische Städtchen Faro als auch meine neue große spanische Liebe Sevilla haben mich mit einem ausgezeichneten veganen Angebot überrascht. Außerdem hat Spanien einmal mehr bewiesen, dass es veganfreundlich ist. Die Welt befindet sich im Wandel – erwarte das Unerwartete. 😉

Vegan essen in Faro

Gengibre e Canela

Das kleine vegetarische Restaurant, das auf Deutsch übersetzt „Ingwer und Zimt“ heißt, gehört für mich zu den Attraktionen in Faro. Das Fischerstädtchen hat nicht viel zu bieten, was Sehenswürdigkeiten angeht. Doch Veganer und Vegetarier haben es gut dort – ganze zwei vegetarische Restaurants mit veganem Angebot gibt es in Faro laut HappyCow. Leider waren wir zu kurz da, um alle zwei zu besuchen. Und ich kann mich bei meinem Omni-Freund nicht immer durchsetzen… 😉

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Gengibre e Canela bietet ein kleines Buffet mit verschiedenen gekochten Speisen und Salaten. Ein ganzes Menü bestehend aus Suppe, Buffetteller und Nachtisch hat 10-12€ gekostet.

Alles war sehr lecker, doch das Dessert hat mich am meisten beeindruckt. Ich würde sagen, dass es sich allein deswegen lohn, da hinzugehen. Ins Gengibre e Canela meine ich, nicht nach Faro. 😉 Es war eine Art Creme mit Beeren-Topping. Was genau es war, konnte ich nicht rausschmecken und wir hatten es in dem Moment auch supereilig. Leider konnte ich nicht fragen, aus was genau dieses unglaublich leckere Ding besteht. Lecker war’s auf jeden Fall. So lecker, dass ich mich noch lange daran erinnern werde. Wenn jemand von euch Gengibre e Canela tatsächlich mal besuchen sollte, fragt bitte nach dem Rezept oder wenigstens nach den Zutaten. 😉

Ilha Deserta

Das ist kein Dessert sondern eine Insel bei Faro. 😉 Eine von vielen eigentlich, aber wahrscheinlich die schönste von allen. Einen ganzen Tag haben wir dort verbracht und die „Wüsteninsel“ kann ich euch nicht nur wegen den endlosen weißen Stränden empfehlen. Dort werdet ihr als Veganer sicher nicht verhungern! Das einzige Restaurant auf der Insel hat auch was Veganes im Menü. Tomaten-Paprika-Salat und Kartoffeln mit Knoblauch. Sind zwar nur Vorspeisen, aber sehr lecker.

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An jenem heißen Tag habe ich übrigens zum ersten Mal meinen selbstgemachten Sonnenschutz getestet. Nach ca. 6 Std. in der heißen Sonne war ich nur leicht rot, während mein Freund, der normale Sonnenmilch mit SPF 20 benutzt hatte und sogar etwas dunklere Haut hat als ich, war danach rot wie ein Krebs. Ein Punkt für mich! 😀

 

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Müde von der Hitze und trotzdem überglichlich, dass ich veganes Essen auf einer unbewohnten Insel gefunden habe.

 

Vegan essen in Sevilla

Bar Ecológico Gaia

Den Namen finde ich etwas irreführend, denn Bar Ecológico Gaia ist eigentlich ein Restaurant. Dazu gehört auch ein Bio-Laden, der in der selben Straße liegt. Beide sind Teil des Centro Ecológico Gaia, das sich im Allgemeinen mit gesunder, vegetarischer und veganer Ernährung, alternativen Heilmethoden und persönlicher Selbstverwirklichung beschäftigt. Passt ja gut zum Veganismus. 😉 An den Wänden hängen Mandala-Bilder mit energetischer Wirkung und selbst der Besitzer Pepe de Gaia, der uns höchstpersönlich bediente, wirkte wie ein ausgesprochen geistiger Mensch. Trotzdem finde ich, dass auch Mainstream-Veganer dort sich wohlfühlen würden. Das Essen war richtig gut und liebevoll zubereitet. Dass es bio ist, macht es nur noch besser.

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Mandalas betrachten und beim Essen nebenbei Energie tanken oder sich entspannen.

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Blumen aus Zeitungspapier als Tischdeko

Bestellt haben mein Freund und ich wir das Menú Degustación, weil wir möglichst viele Speisen probieren wollten. Für insgesamt 27€ haben wir uns sowas von vollgefressen… Die Speisen kamen eine nach der anderen und wurden bis auf den Kuchen alle vor unseren Augen zubereitet. Die Speisekarte gibt es auch online auf ihrer Webseite, also könnt ihr jetzt schon Hunger bekommen. Bar Ecológico Gaia ist übrigens Mitglied des Slow Food Vereins. Die meinen es wirklich ernst. 😉

So sah mein veganes kulinarisches Erlebnis bei Bar Ecológico Gaia aus:

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Frische Säfte: Apfel & Erdbeere + Banane, Apfel & Granatapfel. Vorspeise: Oliven & Brot

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Salmorejo de remolacha (kalte Rote Bete Suppe)

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Haferkroketten mit Erdbeersauße und Nudelsalat dazu

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Bulgur mit Gemüse, Seitan und geräuchertem Tofu

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Zwei Sorten Tofu mit Gemüse in Teriyaki-Sauce

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Schoko- & Apfelkuchen

Anschließend haben wir noch den dazugehörigen Bio-Laden besucht, der übrigens die Größe eines kleinen Supermarktes hat. Da haben sowohl bekannte als auch völlig unbekannte Produkte auf mich gewartet. Auf jeden Fall war es interessant zu sehen, dass auch in Spanien gesunde und vegane Lebensmittel produziert werden. Trotzdem waren viele der Produkte importiert. Bis auf das Obst und Gemüse. Es kam aus der Region und war für unsere Verhältnisse und für das, was es ist, sehr günstig.

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Mein Einkauf bei Tienda Ecológica Gaia: Dinkelkekse mit Goji-Beeren, Tartar aus Algen und Oliven, Haselnuss-Dessert, Toastbrötchen aus Roggen, Rohkost-Riegel von RawBite und Beond + Zwiebelsprossen

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Schnell gemacht und lecker: Toastbrot mit Avocado und Algentartar + Paprikastreifen

Bolas

Bolas heißt auf Deutsch übersetzt Kugeln und damit meinen die Eiskugeln. Ohne Eis geht in Sevilla ja gar nichts und ich war super froh eine Eisdiele mit veganem Eis gefunden zu haben. Das Lokal liegt in der Nähe von der Kathedrale und ist wunderschön gestaltet mit den für Andalusien so typischen Kacheln im arabischen Stil. Nicht alle Eissorten sind vegan, aber sehr gesund. Verwendet werden nur die besten Zutaten, wie zum Beispiel frisches Obst und Mineralwasser. Einige der Sorten enthalten sogar keinen Zucker. Wenn ich nicht vegan wäre, hätte ich die Sorte „Käse und Feige“ probiert. Was ich hatte war aber auch sehr lecker – Erdbeere und Mango.

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Mango- + Erdbeersorbet + Minzsorbet zum Probieren

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Bei der Hitze in Sevilla wird einem irgendwann egal, wie man aussieht… Hauptsache es gibt leckeres, veganes Eis. 😉

 

El rincón de Beirut

Natürlich ist Falafel immer eine Lösung, aber einen orientalischen Vorspeisenteller in Sevilla essen ist was ganz anderes. 😉 Müde, durstig und hungrig sind wir ins Rincón de Beirut reingegangen – es war einfach das nächste veganertaugliche Restaurant. Vegetarisch, halal und 100% hausgemacht steht draußen. Auch ja, und Free Wi-Fi gibt es da auch noch. Die Einrichtung im arabischen Stil hat mich wieder mal total verzaubert. Ich steh ja total drauf und das ist einer der Gründe, warum ich Andalusien so sehr mag und auch ausgerechnet Sevilla besuchen wollte.

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Den Vorspeisenteller habe ich mir mit meinem Freund geteilt – alles, was nicht vegan war, durfte er essen. Tabouleh, gefüllte Weinblätter, Falafel, Hummus, Auberginenpaste, Paprikapaste mit Walnüssen und Salat mit Oliven und Fetakäse – nichts wirklich Neues, aber sehr lecker. Das Restaurant El rincón de Beirut ist ein netter Tipp, wenn man sich gerade in der Nähe vom Real Alcázar befindet.

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Vegetarischer Vorspeisenteller mit veganem Teil

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Veganitessen

Veganitessen musste ich allein wegen den vielen positiven Bewertung besuchen. Es befindet sich versteckt in einem alten Einkaufszentrum in der Nähre vom Plaza de Torros. Mich persönlich hat das Angebot überhaupt nicht beeindruckt: Kuchen in klassischen Sorten, Croissants und normales Gebäck, das man hier in jeder Bäckerei bekommt. Nur vegan. Da ich aber noch nie ein Fan von Bäckereien war, hat mich auch diese Cafeteria nicht überzeugt. Wer Kaffee trinkt, bekommt es dort wahlweise mit Soja-, Mandel- oder Kokosmilch. Es gab auch Tee im Pyramidenbeutel, der als besonders gut beworben wurde. Doch an jenem heißen Nachmittag hatte ich mehr Lust auf Eis. Jedoch wird da kein Eis angeboten. Der Schokokuchen hat mir schon geschmeckt, aber irgendwie hatte ich von Veganitessen mehr erwartet.

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Veganitessen_Sevilla

Der Beweis, dass auch Veganer böse sein können 😀

Habanita

Natürlich musste Naturita ins Habanita! 😀 Das Restaurant mit Biergarten liegt in der Nähe von Plaza Alfalfa und bietet karibische und mediterrane Küche, tolle Drinks und ein angenehmes Ambiente. Auf der Speisekarte findet man sowohl Fleischgerichte als auch vegetarisches und veganes Essen. Was vegan oder vegetarisch ist und was nicht, ist farblich gekennzeichnet. Naturita bewertet Habanita mit vier Sternen, weil ich finde, dass sie die Gerichte etwas attraktiver anrichten könnten. Sonst war alles sehr lecker und ich kann es absolut empfehlen!

Habanita_Sevilla

Habanita_Sevilla_Kroketten_Yuca

Vegane Kroketten + frittierter Maniok (Yuca)

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Vollkornreis mit Pilzen (vegetarisch)

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Kokosflan

Weitere Restaurant-Empfehlungen

Ein weiteres Restaurant, das wir wegen seinen typisch spanischen Öffnungszeiten nicht besuchen konnten, ist Vantana. Dort legt man Wert auf gesundes Essen, deswegen ist alles bio. Auch ganz nett: Es gibt eine Speisekarte für Fleischesser und eine für Vegetarier und Veganer. Vantana gehört außerdem zu den fünf besten vegetarischen Restaurants Spaniens. Für Gourmet-Liebhaber und alle, denen Qualität wichtig ist – ein Muss.

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Direkt um die Ecke bei Habanita haben wir das kleine Bio-Restaurant Fargo gefunden. Auf HappyCow ist es top bewertet, also kann man vermuten, dass sich der Besuch schon lohnt. Leider war es schon zu und wir hatten gerade bei Habanita gut gegessen.

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Das Angebot herkömmlicher Restaurants und Supermärkte in Sevilla

In Sevilla und der Gegend kann man eigentlich in fast jedem Restaurant vegan essen. Die lokale Küche ist von Natur aus ziemlich veganfreundlich. Ab und zu schadet es nicht, wenn man nachfragt, ob das Gericht tatsächlich vegan ist. Tipp: Nicht direkt fragen, ob vegan, sondern ob Fleisch, Fisch (ist für die Spanier kein Fleisch), Käse oder Ei enthalten sind. Vor allem in kleinen Restaurants außerhalb des Zentrums und in Tapas-Bars wird vegan oft mit vegetarisch verwechselt.
Zu meinen Lieblingen der sevillanischen Küche gehören ein Gericht aus Kichererbsen und Spinat (Ausschau nach „garbanzos con espinacas“ im Menü halten) und „Salmorejo“ (kalte Tomatensuppe).

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Garbanzos con espinacas mit frittierten Brotscheiben

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Salmorejo (kalte Tomatensuppe)

Tomatenspeise

Tomaten-Auberginen-Gericht

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Calamares del campo (Bauern-Calamari): Panierte, frittierte Zwiebelringe und Paprikastreifen. Das Gericht stand nicht im Menü und wurde extra für mich gemacht. Sonst wurde im Lokal hauptsächlich Fisch serviert. 😉

Wenn ihr was Ungesundes aus der Süßwarenabteilung probieren wollt, kann ich euch die typisch andalusischen „tartas de aceite“ und Kuchen von Ines Rosales empfehlen. Zu kaufen gibt es die in größeren Supermärkten wie Mercadona.

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Tortas de aceite (knuspriges Süßgebäck mit Olivenöl)

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Cortadillo: Blätterteiggebäck mit Zimt, Zitrone und Cider-Füllung

Kleiner Reiseführer

Nach Faro fliegt man in der Regel nicht, um dort zu bleiben. Falls ihr aber 1-2 Tage im ruhigen Küstenstädchen verbringen wollt, lohnt sich ein Besuch auf Ilha Deserta – die Wüsteninsel. Vegan kann man da auch essen, wie ich am Anfang schon erwähnt habe.

Faro

Faro

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Ilha Deserta

Sevilla ist auf alle Fälle auch einen Besuch wert. Die Busreise von Faro dauert ca. 3 Stunden, mit Auto geht’s aber etwas schneller. Die Stadt mit den schmalen Gassen verzaubert mit einem einzigartigen spanisch-orientalischen Flair. Die Sevillaner sind voll entspannt und freundlich, genießen das Leben und den guten Wein und ziehen sich gerne schick an. Hinzu kommt das riesige vegane Angebot und das für mich absolut traumhafte Wetter mit Temperaturen über 30°C schon im April… Wenn sich die Möglichkeit ergibt, ziehe ich ohne lange zu überlegen hin!

Sevilla

Sevilla

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