Natürlicher Sonnenschutz: Einfach selbst gemacht 3


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Sonnenlicht ist enorm wichtig. Doch Sonnenschutz auch. Pflanzen hilft die Sonne z. B. bei der Bildung von Chlorophyll – für uns Menschen ist sie für die Vitamin-D-Versorgung besonders wichtig. An dieser Stelle möchte ich erinnern oder informieren, dass Vitamin D vom Körper nicht produziert werden kann und auch nicht wirklich in der Nahrung enthalten ist. Wenn, dann in viel zu kleinen Mengen und auch noch in Produkten, die selbst Fleischesser nicht unbedingt mögen – z. B. Innereien. Bäääh?

Sonnenblume_Sonnenlicht

Und trotzdem brauchen wir Vitamin D. Schon 20 Minuten in der Sonne reichen, um den Vitamin D-Speicher aufzufüllen. Je heller die Haut desto schneller die Vitamin D-Bildung, heißt es. Es gilt aber auch, dass hellere Hauttypen schneller in der Sonne verbrennen. Die Krebsgeschichte kennt ihr glaub ich schon, oder? 😉 Fazit: Ab 20-30 Minuten (je nach Hauttyp) Aufenthalt in der Sonne ist ein geeigneter Sonnenschutz notwendig.

Sonnenschutz

Der Markt wimmelt von Sonnenschutzcremes, die uns überzeugen wollen, dass die Sonne schädlich ist und wir uns davor schützen sollten. Dafür bieten uns bekannte und nicht so bekannte Hersteller einen Chemikalien-Mix an, vor dem sich jeder böser Sonnenstrahl zu Recht fürchtet. UV-Strahlen mögen tatsächlich schädlich sein, aber herkömmliche Sonnencremes mit ihren fragwürdigen Inhaltsstoffen sind keine vernünftige Lösung.

Seitdem ich mich für gesundes Essen interessiere, achte ich auch auf die Inhaltsstoffe in Kosmetika. Eine „cleane“ Ernährungsweise sollte entsprechend durch schadstofffreie kosmetische Mittel ergänzt werden, um den Effekt zu maximieren. Ab diesem Sommer habe ich beschlossen, keine konventionellen Sonnenschutzmittel mehr zu verwenden. So habe ich mich auf die Suche nach einem möglichst natürlichen Ersatz gemacht – erstmal bei den fertigen Produkten und dann bei den Selbstgemachten. Eine Alternative wären mineralische Sonnenschutzprodukte. Zink- oder Titanoxidpulver sollen gut verträglich sein und dabei einen hervorragenden Sonnenschutz gewährleisten. Doch ganz so unproblematisch sind sie auch nicht.

Nano

Nanopartikel?

Kosmetika und Sonnenschutzcremes mit nanoskaligem Titandioxid lassen sich viel einfacher auftragen und hinterlassen keinen weißen Film auf der Haut. Die mikroskopischen Partikelchen dringen aber in die Haut ein, nisten sich in die Zellen ein und bleiben da. Für immer!! Oder zumindest solange die Zelle lebt – in diesem Fall also (leider) doch nicht so lange. Ok, alles klar, ich suche weiter.

Lösung gefunden?

Es wird gemunkelt, dass Öle einen natürlichen Sonnenschutzfaktor hätten und somit die ideale Alternative zu herkömmlichen Anti-UV-Mitteln wären. Man kennt sogar die LSF-Werte der Öle und Fette, die vor der Sonne schützen sollen.

Pflanzenoele_LSF
Bildquelle: livelovefruit.com

Wichtig: Zum Sonnenschutz sollten die o.g. Öle nur in kaltgepresster Qualität verwendet werden.

Meine Blogger-Kollegen experimentieren bereits mit Mischungen aus verschiedenen Ölen, die meisten verlassen sich aber nicht allein auf die Eigenschaften der pflanzlichen Öle, sondern fügen auch Titan- oder Zinkdioxid hinzu. Diese müsste man wiederum in Nicht-Nano-Qualität finden und sich mit dem weißem Film auf der Haut abfinden. Andere verwenden Bienenwachs, um die Sonnencreme wasserfest zu machen. Doch das alles war mir zu kompliziert. Also habe ich mir einfach ein paar Öle ausgesucht, sie zusammengemischt, aufgetragen und gleich im Urlaub im Süden bei über 30° getestet.

Natuerliche_Sonnencreme_Zutaten

Mein Extrem-Test hat gezeigt, dass diese Sonnencreme tatsächlich ihre Funktion erfüllt und auch vieles mehr. Nach täglicher Nutzung habe ich bemerkt, dass meine Haut sich unglaublich weich und gepflegt anfühlt. Fast wie Babyhaut! Also will ich diese Entdeckung nicht mehr geheim halten!

Das Rezept

Rein natürliche Sonnenschutzcreme
LSF 25+

Ergibt: 100 ml

Zutaten:

Verlinkt sind genau die Produkte, die ich verwendet habe bzw. die ich empfehle.

Zubereitung:

Die festen Öle in einem Wasserbad langsam schmelzen lassen. Dann die flüssigen hinzugeben und gut durchmischen. Anschließend aus dem Wasserbad nehmen und das Vitamin E sowie das ätherische Öl hinzufügen.

Green_Sunscreen_Naturita

Aufbewahrung

Grundsätzlich wird die Sonnencreme durch die enthaltene Kakaobutter fest, schmilzt aber wieder, wenn die Temperaturen über 25° steigen. Deswegen wäre vielleicht ein Spray-Fläschchen gut geeignet, wenn man das Sonnenöl einfach aufsprühen will.

Obwohl das enthaltene Vitamin E als Konservierungsstoff dienen soll, steht meine Sonnenschutzmischung im Kühlschrank, damit die wertvollen Fettsäuren der Öle nicht an Wirkung verlieren. Allerdings muss man daran denken, es rechtzeitig herauszunehmen, wenn man es benutzen will.

Gut zu wissen

Den LSF hat mein Freund für mich ausgerechnet, der besser rechnen kann als ich. Also Beschwerden diesbezüglich bitte an ihn richten! 😀 Außerdem ist der Sonnenschutzfaktor von 25 der Mindestwert, da bei den Ölen wegen Qualitätsunterschieden keinen festen LSF bestimmt werden kann. Wer also gute, kaltgepresste Öle kauft, kann mit einem deutlich höheren Lichtschutzwert rechnen.

Die Zugabe von ätherischem Öl ist sehr zu empfehlen. Ich hatte es ursprünglich vergessen, musste es aber nachträglich hinzufügen, weil… das Vitamin E einfach einen üblen Geruch hat. Ist aber ein notwendiges Übel. Damit der Spaß nicht verdorben wird, veredelt man das Sonnenschutzöl eben mit ein paar Tropfen ätherischem Öl. Wer Lust hat, kann den Parfumeur spielen und mehrere Duftöle mischen. 😉 Wichtig ist, dass man kein Zitronenöl benutzt – letzteres soll nämlich den Sonnenbrand begünstigen.

Um einen höheren LSF zu erreichen, einfach die Mengen an Karotten- und Himbeersamenöl erhöhen.

Vorteile der selbstgemachten Sonnencreme

  1. Schützt zuverlässig vor Sonnenbrand.
  2. Wirkt sofort nach dem Auftragen.
  3. Pflegt die Haut dank der enthaltenen ungesättigten Fettsäuren (u.a. Omega-3-Fettsäuren) = Verjüngungseffekt.
  4. Ist auch als After-Sun-Creme gut, da die Öle die Haut pflegen und beruhigen.
  5. Schadet der Gesundheit nicht.
  6. Riecht gut dank der ätherischen Öle und hat nicht den typischen Sonnencreme-Geruch.

Nachteile

  1. Zieht nicht vollständig ein, ein Ölfilm bleibt auf der Haut. Wird von Stoffen absorbiert, also nicht auf Partien auftragen, die mit Kleidung bedeckt werden.
  2. Wenn flüssig, muss das Öl sehr gut verschlossen aufbewahrt werden.
  3. Nicht gerade günstig mit ca. 17€ für 100 ml.

Das war’s. Nicht ganz so simpel, aber besser als die herkömmlichen Sonnencremes und vor allem wirkungsvoll! Das ist ja das Wichtigste. 😉 Also viel Spaß in der Sonne mit eurer selbstgemachten Sonnencreme!


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3 Kommentare zu “Natürlicher Sonnenschutz: Einfach selbst gemacht

  • Scarlotta

    Huhu! Danke für dein Rezept.
    Ich beschäftige mich gerade auch mit dem Thema, da im Winter ein Afrika-Urlaub ansteht. Ich hatte im Sommer ein Sonnenöl von Acorelle mit Hauptbestandteil Karanjaöl, das ich auch in mehreren anderen natürlichen Sonnenschutz-Mitteln gesehen habe. Hast Du damit Erfahrung, bzw. hast Du es aus einem bestimmten Grund nicht benutzt (Karanjaöl, meine ich)?
    Letztes Jahr habe ich mit meinem Mann und einem Freund eine Radtour gemacht und mich vorher mit Sheabutter eingecremt. Siehe da, die Männer (beide sonnenunempfindlichere Haut als ich) hatten am Abend leichten Sonnenbrand und ich nicht. Mir war die Wirkung vorher nicht bekannt, hat mich aber überzeugt 🙂

    • Naturita Beitragsautor

      Danke dir für deinen Kommentar! Karanjaöl war mir noch nicht bekannt, jetzt habe ich aber ein bisschen darüber recherchiert und muss sagen, dass es sich sehr interessant anhört. In der ayurvedischen Medizin soll es wegen seinen antibakteriellen Eigenschaften bei Akne und Rosacea Anwendung finden. Und dass es gegen Pigmentflecken wirkt und die Haut atmen lässt finde ich ebenfalls sehr interessant. Ein ideales Gesichtsöl, würde ich sagen, aber als Sonnenschutz alleine meiner Meinung nach nicht ausreichend. Der LSF soll 10 betragen, was ja gar nicht schlecht ist. In meinem Rezept würde ich das Kokosöl und die Kakaobutter durch Karanjaöl ersetzen. So könnte man meine Sonnencreme sogar gut im Gesicht anwenden. Denn in seiner jetzigen Form ist sie zu fettig. Werde ich bei nächster Gelegenheit unbedingt testen! 🙂
      Mit Sheabutter als Sonnenschutzmittel habe ich keine Erfahrung, da sie laut meinen Quellen einen sehr niedrigen LSF hat. Meine Taktik ist, möglichst viele Zutaten mit einem hohen LSF miteinander zu mischen, um auf Nummer sicher zu gehen. Zum Glück hat aber meine Sonnencreme bisher immer funktioniert.

      Dann kann ich dir nur einen schönen Urlaub in der Sonne wünschen und würde mich freuen, wenn du nachher berichtest, für welches Sonnenschutzmittel du dich entschieden hast. 🙂